Weltmeisterschaften auf der Roten Weißeritz
Text und Abbildungen Klaus Brendler (Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest)

Von ihrer Quelle, die sich im Gebiet des Großen und Kleinen Galgenteiches und des Georgenfelder Hochmoores befindet, durchfließt die Rote Weißeritz unter anderem die Orte Kipsdorf, Schmiedeberg, Obercarsdorf und Dippoldiswalde. Unterhalb Dippoldiswaldes wird sie in der Talsperre Malter gestaut und setzt anschließend ihren Lauf im Tal des Rabenauer Grundes fort. In Freital-Hainsberg vereinigt sie sich mit der Wilden Weißeritz.

Ersttagsbrief zur Briefmarkenausgabe der Deutschen Post der DDR vom 6. Juli 1961
Noch bevor das erstmals 1230 urkundlich erwähnte Hainsberg im Jahre 1964 in die Stadt Freital eingemeindet wurde, war es vom 22. bis 28. Juli 1961 Schauplatz der VII. Weltmeisterschaften im Kanu-Slalom und der II. Weltmeisterschaften im Wildwasserrennen. Der Gemeinde Hainsberg wurde damals die Organisation der Weltmeisterschaften übertragen. Das Organisationsbüro befand sich im Rathaus. Die 7,8 km lange Wettkampfstrecke begann zwei Kilometer unterhalb der Talsperre Malter und endete beim Sportplatz in Hainsberg. Den Gesamtsieg in der Länderwertung holten die DDR-Kanuten vor den Sportlern aus der CSSR und der Schweiz.

Der Kampfrichterturm der Kanuslalom-und Wildwasser-Weltmeisterschaften diente später als Sprecherturm des Rudolf-Harbig-Stadions und wurde im Zuge des Stadionneubaus verschrottet. Wissenswert auch, dass des internationalen Sportereignisses wegen die Straßenbahnlinie Nr. 3 von Deuben nach Hainsberg verlängert wurde. Seit 1974 verkehrt nach Freital-Hainsberg eine Stadtbuslinie.

Anmerkung: Der erste kleine Schritt zur Eroberung des Rabenauer Grundes begann mit der Anlegung eines Weges zum Schanzenfelsen durch Müller Samuel Richter im Jahre 1827. An der Steilwand brachte er drei Jahre später folgende Anschrift an: ‚Jeder Fels ein Altar, vor dem Erhabenen zu beten". Weiterhin veranlasste er im gleichen Jahr einen Durchbruch des Mühlgrabentunnels. Im Jahre 1834 erfolgte die Erschließung des seit 1961 unter Naturschutz stehenden Rabenauer Grundes durch seinen Nachfolger C.F. Ehrlich. (Rabenauer Amtsblatt /Ausgabe 11. November 2016)