Das Städtische Krankenhaus Dresden-Neustadt

(Teil der denkmalgeschützten Sachgesamtheit "Großsiedlung Dresden-Trachau")

Es wurde nach der Zerstörung der Dresdner Innenstadt im Sommer 1945 als Seuchenkrankenhaus in den Pavillonbauten des Trachauer Güntzheimes (1) und im ehemaligen Festungslazarett der Deutschen Wehrmacht in der Wurzener Straße Nr.5 (bis 1943 Schulhaus der 26. Volksschule Dresden) eingerichtet.

Durch Angliederung weiterer Gesundheitseinrichtungen der Stadt Dresden (Ermelhaus, Fiedlerhaus, Augustenhaus und Haideberg in Radebeul-Oberlößnitz; Teile der ehemaligen Polizeikaserne Neuländer Straße; Sächsisches Krüppelheim Weinbergstraße; Volkswohlstätte Heidepark, Fischhausstraße; Deutsches Institut für Wirbeltuberkulose Dresden- Klotzsche; Frauenklinik Georgenstraße in Dresden) entwickelte es sich unter Leitung von OMR Dr. med. Schmeiser (1914 - 1970) innerhalb von rund zehn Jahren zur wichtigsten medizinischen Einrichtung für das rechtselbische Dresden sowie das Umland mit zeitweise 1700 Krankenhausbetten. Besondere Anerkennung gewann das Krankenhaus Dresden-Neustadt bei der Bekämpfung der Kinderlähmung.

1956 eröffnet am Standort Trachau (Industriestraße) eine Kinderklinik. Zugleich beginnt eine Konzentration und Neugliederung der Einrichtungen in den Hauptstandorten Trachau, Radebeul-Oberlößnitz, Weißer Hirsch (Übernahme des 1953/54 erbauten Wismut-Nachtsanatoriums) sowie Dresden-Oberloschwitz mit der ehemaligen Privatklinik des Dr. Moeller für den Bereich Psychotherapie.

1990 beginnen mit beträchtlicher staatlicher Hilfe eine völlige Rekonstruktion und der Ausbau der Klinikbereiche. Zu den langjährigen umfangreichen Erfahrungen in der interdisziplinären Intensivmedizin, treten nunmehr die Schwerpunkte neurologische Chirurgie und Unfallmedizin (Klinikum Trachau), Dialysezentrum, Psychotherapie (Klinikum Weißer Hirsch) und geriatrische Rehabilitation (Dresden-Löbtau).

Luftbild: Peter Schubert (Oktober 2011)

Trotz schwerer Schäden in Folge des Elbehochwassers 2002 im Klinikum Trachau kann dort im Jahre 2004 ein Klinikneubau für die Einrichtungen der Neurologischen Klinik des nunmehr aufgegebenen Standortes Radebeul-Oberlößnitz und eine hochmoderne Interdisziplinäre Notaufnahme eröffnet werden. Zugleich wurden alle Funktionsbereiche, wie Operations- und Kreißsäle, Radiologie, Endoskopie, Intensivmedizin einschließlich der Untersuchungszimmer vollständig rekonstruiert.

Zum Städtischen Krankenhaus Dresden-Neustadt - Akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität Dresden - gehören heute die Kliniken in Trachau (Industriestraße) und Weißer Hirsch (Heinrich-Cotta-Straße) sowie die Geriatrische Rehabilitationsklinik Löbtau (Altonaer Straße).

(1) Das "Güntzheim" an der Industriestraße in Dresden-Trachau wurde vom Dresdner Stadtbaurat Paul Wolf (1879- 1957) entworfen und 1928 als Altenheim eröffnet

Klaus Brendler (Geschichtswerkstatt Dresden-Nordwest)